Forum Mola-KunstKUNA-Indianer
Das Leben der KUNA beginnt mit der Geburt, die in der Hängematte stattfindet. Für etwa drei Jahre erhält das KUNA-Kind keinen Rufnamen, damit es für böse Geister schwerer zu finden ist. Bis heute werden Babies, Kinder und schwangere Frauen bei drohender Gefahr von Kopf bis Fuß mit schwarzer Pflanzenfarbe angemalt,
Kuna-Indianer - Sitten und Gebräuche
also praktisch unsichtbar gemacht, damit die bösen Dämonen sie nicht finden können.
Einen wichtigen Lebensabschnitt stellt das INNA-Fest dar, das wichtigste Fest bei den KUNA. Bei diesem Initiationsritual für junge Mädchen, das während der Zeremonie als reifes Mitglied in die KUNA-Gesellschaft aufgenommen wird, werden den Mädchen u. a. die Haare geschnitten. Die kurzen Haare weisen sie als heiratsfähige Frau aus und dies wird vom ganzen Dorf mit einem mehrtägigen Fest gefeiert. Die Heirat findet bei den KUNA eher unspektakulär statt. Das Mädchen wählt ihren Partner und nachdem der „Heiratsvertrag“ ausgehandelt wurde, zieht der Mann mit seiner Hängematte in die Hütte der Frau bzw. der Eltern und arbeitet dann für diese Hütte.
Eine Scheidung bedarf keinerlei Formalitäten. Der Mann zieht mit seiner Hängematte aus und die Scheidung ist vollzogen, die Kinder bleiben bei der Frau. Das letzte Ritual der KUNA ist die Bestattung. Der Tote wird in seine Hängmatte gebettet und mit dem Einbaum zum, immer auf dem Festland gelegenen, Friedhof gebracht. Jede Familie hat dort eine Grabhütte, in der die Hängematte eingehängt wird, damit die Seele ins Jenseits aufsteigen kann.

Aber auch bei den KUNA führen die Einflüsse unserer Zeit zu deutlichen Veränderungen: Kinder und Jugendliche besuchen die Schulen (auf allen größeren Inseln gibt es mittlerweile Grundschulen; weiterführende Schulen sind auf dem Festland, was bedeutet, dass die Jugendlichen in Panama City wohnen müssen). Einige Frauen sind beeindruckt von angebotenen Baumwolldrucken mit traditionellen Motiven und nähen sich hieraus eine MOLA. Andere wiederum besticken T-Shirts oder textile Gebrauchsgegenstände, um so auf den Souvenirmärkten leichtes Geld verdienen zu können. Doch nur dann, wenn den Frauen das Gefühl gegeben wird, dass ihre zeitaufwendige Arbeit zur Herstellung einer traditionellen MOLA wertgeschätzt wird, werden die KUNA und ihre weltweit einzigartige Volkskunst bewahrt werden können. Und noch etwas bedroht die Welt der KUNA: der Anstieg des Meeresspiegels. Wohin also wird die Reise gehen? Auf uns wird die traurige Pflicht des „Bewahrens“ dieser faszinierenden Kultur zukommen. Das FORUM MOLA-KUNST fängt schon heute damit an.